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Sortimentsliste 2001/2002
 
Äpfel
Birnen
Quitten
Pflaumen und Zwetschen
Blutpflaumen
Kirschen
Wissenswertes über Apfelbäume
Wissenswertes über Birnenbäume
Wissenswertes über die Quitte
Wissenswertes über Pflaumen (Zwetsche, Mirabelle, Reneklode)
Wissenswertes über Sauerkirschen
Wissenswertes über Süßkirschen

 
 

Unser Sortiment umfasst zur Zeit über 160 Apfelsorten, von denen wir die meisten selber veredeln. Unsere Obstbäume wachsen alle im Container, von klein auf an. Diese Bäume können Sie das ganze Jahr (mit Ausnahme bei hartem Frost) pflanzen, auch während der Blüte oder wenn Früchte dranhängen.
 
 
Wissenswertes über Apfelbäume
Herkunft: Wildäpfel, Holzäpfel und Zwergäpfel sind schon seit ca. 5000 Jahren v. Chr. bekannt. Davon ausgelesene Bäume sind bereits vor ca. 2800 Jahren bei den Griechen erwähnt. Sicher hat man immer wieder nur die Bäume gepflanzt, deren Früchte wohlschmeckend waren.
  Man erkannte sehr früh, daß aus Apfelkernen (Samen) vielfältige Apfelsorten ohne Ähnlichkeitsmerkmale entstehen. Die Mendel'sche Vererbungslehre (18. Jahrhundert) half dann mit, aus dieser Vielfalt von Samenäpfeln die wertvollsten auszulesen und diese mit einem Namen zu versehen.
  Weil diese Sortenechtheit aus Samen nicht gewährleistet ist, entstand die vegetative Vermehrung. Diese Vermehrungsart wurde bis heute immer weiter perfektioniert.
Anzucht: Die Anzucht der nun vorhandenen Apfelsorten geschieht in der Regel in Obstbaumschulen. Mit großem Fachwissen und -können veredeln  Sie diese Sorten, die gebietsmäßig einen Liebhaber- oder Marktwert haben.
  Wir, die Baumschule Boysen, vermehren nun seit 149 Jahren Apfelbäume. Wir achten stehts auf Qualität. Alle unsere Sorten sind entweder "virusgetestet" oder "virusfrei". Durch das Interesse von Johannes Boysen, werden auch wieder alte Bauernsorten, die durch Geschmack und Aroma überzeugen, in unserer Baumschule vermehrt.
Standortansprüche: Der Apfelbaum als Flachwurzler ist sehr anpassungsfähig. Der gute Fruchtertrag ist aber nur zu erwarten, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind: 1. Tiefgründiger, durchlässiger, humoser Gartenboden; 2. Keine Spätfrostlagen; 3. Keine stauende Nässe, jedoch eine normale, regelmäßige Wasserversorgung; 4. Warmes Klima mit gutem Lichtfaktor; 5. Entsprechende Luftfeuchtigkeit und Windeinflüsse.
Befruchtungsverhältnisse: Apfelsorten sind selbstunfruchtbar. Aus diesem Grund müssen also mindestens zwei Sorten für einen Befruchtungserfolg in einer Pflanzung vorhanden sein. Die Apfelblüte muß also einen sortenfremden Pollenspender in der Nähe haben. Fragen sie auch ruhig Ihren Nachbarn mal, ob er nicht auch einen Apfelbaum hat, oder ob  er auch einen in seinem Garten stehen haben möchte. Je mehr Sorten in der Umgebung stehen, um so größer ist auch der Fruchtertrag. In unserer Sortimentsliste sind die Befruchtersorten jeweils aufgeführt, wo man sehen kann, welche Sorten unbedingt in  der nächsten Nähe stehen sollten.
Kernobstbaumschnitt: a) Pflanzschnitt: Beseitigt werden kranke und verletzte Wurzeltriebe. Der Wurzelschnitt besteht eigentlich nur im Einkürzen alter Wurzeln um ¼ mit einer glatten Schnittstelle schräg nach unten. Diesen Pflanzschnitt führen wir schon beim Kauf der Pflanze für Sie aus.
b)  Aufbauschnitt: Termin November - Dezember oder Januar - März. Man kann auch von einem sogenannten Kronenschnitt reden. Er ist in der Regel im 3. - 4. Pflanzjahr abgeschlossen. Schwerpunkt dabei ist, den Mitteltrieb und die Seitenäste aufzubauen und damit die Bildung der Fruchtzweige (Fruchtholz) einzuleiten. Es bilden sich dann die Fruchtknospen.
c)  Sommerschnitt: Dieser kann besonders bei Zwergobstbäumen (Spindelbüschen) biologisch wertvoll sein. Termin ist August - September. Nicht vor Ende Juli soll man Triebspitzen der Leittriebe einkürzen, Kronen auslichten, Fruchttriebe herunterbinden und dadurch die Saftstauung fördern. Der Sommerschnitt ist auch eine Wachstumsbremse.
d)  Formschnitt - Spaliere - Fruchthecken: Termin November - Dezember oder Januar - März und August - September. Hier muß man sich besonderes Fachwissen aneignen. Fragen Sie uns. Wir halten auch im Sommer hin und wieder Seminare über Obstbaumschnitt ab. Je mehr Nachfrage darüber besteht, um so eher werden wir wieder ein Obstbaumschnitt-Seminar führen.
e)  Auslichtungsschnitt: Termin November - Dezember oder Januar - März. Kronen müssen offen gehalten werden. Die Abstände der Leitäste sollen in der Etage mindestens 60 - 80 cm betragen. Wasserschosse am Astring sind laufend zu entfernen. Besser aber ist es, wenn man Wasserschosse ausreißt, da dadurch das Wachstum von neuen Wasserschossen stark eingeschränkt wird.
f)  Verjüngungsschnitt: Termin November - Dezember oder Januar - Februar. Kann besonders bei nicht gepflegten Hoch- und Halbstämmen nötig werden. Dabei werden auch alte Äste entfernt und eingekürzt. Die Schnittwunden müssen verstrichen werden. Wegen des physiologioschen Gleichgewichts ist die Verjüngung etappenweise zu tätigen (2 - 3 Jahre).
Ernährungsdüngung: Der Nährstoffgehalt im Boden ist nicht immer vorhanden, wie er für das Wachstum und die Fruchtbarkeit erforderlich ist. Eine Bodenprobe, die in einem Institut für Bodenuntersuchung Auskunft über die Hauptnährelemente gibt, ist alle 3 - 5 Jahre empfehlenswert, aber bei ortnungsgemäßer Düngung nicht notwendig. Diese Analyse gibt Auskunft über den pH-Wert und den Säuregehalt des Bodens und über die Hauptnährelemente Kalk, Kali, Phosphor, Magnesium.
  Bodenproben können Sie auch bei uns abgeben. Den pH-Wert können wir jederzeit für Sie feststellen. Die Hauptbodenuntersuchung können wir für Sie einleiten. Der beste Termin dafür ist allerdings im Frühjahr, da dann die Pflanzen wieder austreiben und die Nährstoffe brauchen.
 
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Wissenswertes über Birnenbäume

Allgemeines: Der Birnenanbau erreicht nur einen Drittel der Menge des Apfelanbaues. Der Anbau von Tafelbirnen wird aber seit 25 Jahren besonders in Italien und Frankreich sehr ausgeweitet. Mit der Kühllagerung ist die Tafelbirne eine Marktfrucht geworden, die oft bis in den Sommer noch angeboten wird. Größere Bedeutung liegt aber in der Verwertung als Naßkonserve, Dörrobst, Kompott und Birnenschnaps (Williams Christbirne).
Herkunft: Auch hier ist nachgewiesen, daß schon in der griechischen Frühzeit (8. Jahrhundert v. Chr.) herrliche Früchte von Birnen in den Gärten vorhanden waren.
  Auch in Asien und Europa haben sich aus den Wildbirnen, vor allem aus Pyrus communis, Auslesen und Kreuzungen ergeben, die beigetragen haben, daß wir die heutigen Birnensorten mit solchen Kultursorten vorweisen können. Als weiterer Beweis dieser Entwicklung sei nur noch gesagt, daß im 4. Jahrhundert n. Chr. schon 56 Birnensorten beschrieben worden sind. Die Römer sorgten bei ihren Eroberungsfeldzügen auch dafür, daß Birnensorten in Germanien, Spanien und Gallien angepflanzt wurden. Das Züchten von neuen Sorten war im 18. und 19. Jahrhundert geradezu eine Leidenschaft der Gärtner, der Klöster und Wissenschaftler geworden. Die Birnenzüchter der Neuzeit, in Europa, den USA und in allen anderen Erdteilen, werden mit Gewißheit noch viele Verbesserungen in der Fruchtgüte und Gesundheit erreichen.
Standortansprüche: Die Birne verlangt grundsätzlich ein warmes Klima. Frankreich, Italien, der Balkan und das Weinbauklima haben die günstigsten Voraussetzungen. Selbstverständlich ist es möglich, an südseitigen, geschützen Lagen (Mauern) auch wertvolle Birnensorten bei uns zu besitzen, ohne in einem Weinbaugebiet zu sein. Wir haben in unserer Baumschule nur Birnensorten, die unser Klima sehr gut vertragen können.
  Die Birne ist ein Tiefwurzler, verträgt also mehr Trockenheit. Stauende Nässe wird nicht vertragen. Verlangt wird ein tiefgründiger, frischer, nahrhafter, durchlässiger und humoser Garten- oder Ackerboden.
Befruchtungsverhältnisse: siehe Wissenswehrtes über Apfelbäume.
Schnitt der Birnenbäume: auch hier wird kein Unterschied zwischen Apfel und Birnen gemacht.
Düngung: wie vor.
 
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Wissenswertes über die Quitte

Allgemeines: Die Quitte stammt aus Asien. In Armenien und Persien wächst sie noch wild. Durch Züchtung enstanden Kultursorten. Diese spielen in West- und Mitteleuropa eine untergeordnete Rolle. Der Anbau erfolgt vorwiegend im Mittelmeergebiet und im Balkan. In den letzten Jahren ist die Nachfrage im deutschsprachigen Raum angestiegen, was eine Erhöhung des erwerbsmäßigen Anbaus erfordern wird.
Verwendungsmöglichkeit: Im Altertum fand die Quitte als Heilmittel gegen Entzündungen der Schleimhäute Verwendung. Auch heute findet sie noch Verwendung in Arzneimitteln.
  Die Früchte können für den Menschen nur im gekochten Zustand als Gelee, Konserven, Marmeladen oder Süßmost verwendet werden. Das köstliche, starke duftende Aroma wird sogar bei der Obstwein- und Mostverwertung beigefügt.
  Neben diesem Nutzwert besitzt die Quitte durch die herrliche Blüte und der leuchtend gelben Frucht hohen Zierwert.
Standortansprüche, Boden, Klima: Will warme, geschützte Lagen und Sone. Verträgt keine stauende Nässe, ist sonst aber genügsam und versagt nicht, auch bei weniger fruchtbaren, trockenen Böden; sie liebt Lehmböden. Tiefe Wintertemperaturen können Holzfrostschäden verursachen. Normale Frosthärte ist vorhanden. Wir führen Quittensorten, die unser Klima hervorragend abkönnen.
Düngung: Nur selten bzw. in geringen Mengen nötig.
Befruchtungsverhältnisse: Die Befruchtungsverhältnisse sind nicht ganz geklärt. Nach allen Tatsachen kann die Selbstfruchtbarkeit angenommen werden.
Ernte: Die Pflückreife besteht den ganzen Oktober. Früchte noch 1 - 2 Wochen getrennt lagern, dann genießbar und verwertbar.
Schnittpflege: Verlangt kaum Schnittpflege, wenn, nur den Auslichtungsschnitt und später den Verjüngungsschnitt. Erfrorene Triebteile im Frühjahr entfernen.
 
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Wissenswertes über Pflaumen (Zwetsche, Mirabelle, Reneklode)
Allgemeines und Geschichtliches: Diese von allen Obstsorten am unempfindlichsten ist in Europa seit altersher besonders in den Balkanländern, aber auch in Österreich, der Schweiz und Deutschland stark verbreitet. Die Entwicklung der heutigen Sorten ist auf die Hauspflaume zurückzuführen. Die Welterzeugung von ca. 4,3 Mio. t jährlich wird zu 40 % von den europäischen Ländern aufgebracht.
Standort-, Boden-, Klimaansprüche: Für alle Pflaumenarten besteht eine große Anbaubreite. Die Anpassung an die Standort, Boden und Klimabedingungen ist bemerkenswert.
Pflanzabstände, Pflanzung, Baumformen: Pflaumen sollten als Hochstamm einen Abstand von 6 bis 9 Meter gerne haben. Busch- und Halbstamm hingegen brauchen nur 4 bis 6 Meter. Als Hilfsmittel sollte ein Pfahl mit Baumbinder und Drahthose gegen Wildverbiß genutzt werden.
  Die Pflanzgrube sollte nicht tiefer als 60cm sein. Pflanzloch 1 bis 1,5 m, im Quadrat oder im Durchmesser. Bodenverbesserung mit Dünger oder sogar Bodenaustausch kann notwendig sein. Komposterde, Mist, Naturdünger oder Handelsdünger sind als Vorratsdünger geeignet.
Düngung: Auch hier führt mangelhafte Ernährung zu Krankheiten und hat eine schlechte Fruchtbarkeit zur Folge. Die Hauptnährstoffe müssen ausgewogen vorhanden sein.
  Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Kalk. Die Nährstoffe können durch einen Volldünger gegeben werden. Dezember bis Februar 50 - 100 g/m². Die Spurenelemente Eisen, Mangan, Kupfer, Bor, Zink sind unentbehrlich und bei Mangel beizugeben. Spurenelementemangel ist am Trieb, am Blatt, an der Frucht feststellbar. Hier empfiehlt sich, den Pflanzenschutzberater der Pflanzenschutzämter in Anspruch zu nehmen.
  Der organische Dünger (Stallmist und Komposterde) ist von besonders hohem Wert. Er enthält alle Hauptnährstoffe. Die Komposterde bedarf der Beigabe von organischem Dünger, wie Hornmehl, Guano, Blutmehl oder Kutomin (getrockneter Kuhmist). Unterkulturen sind in  den ersten Jahren nach der Pflanzung vertretbar. Graseinsaat hat Vor- und Nachteile.
Befruchtungsverhältnisse: Sie sind nicht einheitlich. Es gibt hochgradig selbstfruchtbare und selbstunfruchtbare Sorten. Dazu kommen noch Übergangsformen. Bei der Sortenbeschreibung ist darauf hingewiesen. Geschlossene Pflanzungen mit Befruchtersorten sind zu empfehlen. Auf keinen Fall gehört Steinobst unter das Kernobst.
Schnittpflege: Die einzelnen Schneidearbeiten gliedern sich in:
a)  Formschnitt: Dieser wird in unserer Baumschule bestimmt; ob die Pflanze jetzt Hochstamm, Halbstamm oder Buschbaum wird.
b)  Pflanzschnitt: Mitteltrieb und 3-5 Seitentriebe werden um zwei Drittel eingekürzt, der Konkurrenztrieb wird entfernt.
c)  Erziehungsschnitt: Zeitpunkt frostfreies Wetter (November-Februar). Die Dauer des Erziehungsschnittes ist verschieden. Er muß so viele Jahre (oft 5-7 Jahre) durchgeführt werden, bis die Krone den Ertrag bringt; der die Regel ist. Das Grundgerüst besteht aus dem Mitteltrieb und 3-5 Seitenästen in der Etage, Etagenabstand 0,5-0,8m.
d)  Auslichtungsschnitt: Zeitpunkt frostfreies Wetter (Nov.-Feb.) und stärkere Schnittmaßnahmen Juni-Juli. Vernachlässigter Kronenaufbau wird dadurch bereinigt. Die Auflockerung der Krone mit Beseitigung überflüssiger Äste ist inbegriffen. Dabei ist die Nachbehandlung der dadurch auftretenden Jungtriebe (Wassersprosse) wichtig.
e)  Verjüngungsschnitt: Zeitpunkt frostfreies Wetter (Nov.-Feb.). Er ist notwendig, wenn die Vergreisung des Baumes einsetzt und dadurch die Jungtriebbildung aufhört. Die Krone wird auf das 3-8jährige Holz zurückgesetzt. Wie jede Schnittmaßnahme muß auch diese gekonnt und beherrscht werden. Wir führen für Sie auch Ihre Schnittarbeiten durch. Sie können dadurch auch bei unserer Arbeit etwas für das nächste Mal lernen. Unsere Mitarbeiter stehen gerne für Rat und Tat zur Verfügung.
f)  Fruchtholzschnitt: Termin frostfreies Wetter November bis Februar und Juni bis Juli. Der Fruchtholzschnitt hat die Aufgabe, eine rasche Blütenbildung zu erzielen. Es bilden sich dadurch Fruchtknsopen, Fruchtspieße, Fruchtruten, Fruchtbuketts, Kurztriebe. Dazu kann noch auf das bogenförmige Binden von Fruchtzweigen im Mai bis Juli hingewiesen werden. Durch den Saftstau bildet sich Fruchtholz.
Ernte: Hier ist die Reifezeit zu beachten. Eine Frühernte mit Nachreife ist nicht möglich. Die Schüttelernte ist gut anwendbar neben der üblichen Pflückarbeit von Hand für den Frischverzehr.
 
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Wissenswertes über Sauerkirschen
Allgemeines und Geschichtliches: Die geschichtlich vorhandenen Erkenntnisse über die Vergangenheit der Sauerkirschen schließen sich denen der Süßkirschen an.
  Im 15. Jahrhundert erfolgte dann bei uns eine grobe Einteilung in Süß- und Weichselkirschen, die im Jahre 1797 durch den Kirschenzüchter Büttner eine klare Trennung erfährt. Immerhin wurde zu dieser Zeit schon 231 Sorten getrennt nach Süß- und Sauerkirschen in der 'Klassifikation' der Fachleute v. Truchsess und Pfarrer Heim genauestens festgehalten.
Bedeutung: Die Sauerkirsche hat nicht nur eine große Beliebtheit und Bedeutung für den Selbstversorger, sondern auch im Erwerbsanbau - Intensiv-plantagen- einen ansehnlichen Zuwachs erfahren. Die Verwendung zeichnet sich vielseitig ab, als Konservenfrucht, für Marmelade, zum Frischverzehr, für Fruchsalat, Torten, Kuchen, Kirschsäfte, Weine, Liköre, Kirschwasser und Most. Tiefgekühlte Früchte sind ca. 1 Jahr nach der Ernte bei -18 bis -20 Grad haltbar.
Baumformen: Hochstamm, Halbstamm und Busch sind die aus unserer Baumschule angebotenen Baumformen. Da die Sauerkirsche oft auch als Wandspalier Verwendung findet, ist der Aufbau und Formschnitt eine Standortsache.
Befruchtungsverhältnisse: Hier gibt es Sorten mit Selbstfruchtbarkeit und solche mit Selbstunfruchtbarkeit. Bei der Sortenbeschreibung ist darauf hingewiesen. Bei der Pflanzung ist zu beachten, daß Pollenspendersorten mit zu bestäubenden Sorten gemischt stehen.
Bodenansprüche: Die Sauerkirsche verträgt auch noch die ärmsten, sandigen Böden. Es wird nur mangelnde Bodendurchlüftung schlecht vertragen.
Klima und Standort: Sauerkirschen sind weniger anspruchsvoll und nicht so empfindlich wie die Süßkirschen. Sprichwörtlich ist die Winterfrosthärte. Heiße Sommer und kalte Winter sind kein Problem. Ost-Süd-West-Hanglagen sind bevorzugt. Tallagen ohne stauende Nässe und Spalierstandorte sind gleichwertig.
Wasserbedarf: Stauende Nässe, hohes Grundwasser wird nicht vertragen. Sonst werden keine Ansprüche gestellt.
Düngung: Auch hier gilt der Grundsatz über die Haupt-Nährstoffe und Spurenelemente, wie bei Süßkirschen. Eine richtige Baumpflege setzt eine jährliche Düngung voraus.Mit Volldünger, Spurenelementen und organischem Dünger ist nur ein Hinweis möglich: Soweit der Boden Mängel aufweist, ist durch die Düngung nachzuhelfen.
Schnittpflege: Hier gelten folgende Grundsätze:
a)  Pflanzschnitt wie bei Süßkirschen.
b)  Aufbau-, Erziehungsschnitt: üblich und einfach. Aufbau einer Trichterkrone mit einem Mitteltrieb, je Etage 3 Seitentriebe, Etagenabstände mindestens 60cm. Diese Gerüstäste werden dann durch je einen weiteren Seitentrieb auf 6 erhöht. Schnittzeit dafür am besten, wegen der Verhütung der Gummifluß, Monilia und Bleiglanzkrankheit im Juni bis September. Triebe, die nach innen wachsen, werden entfernt.
c)  Fruchtholzschnitt: Die Sauerkirsche trägt ihre Früchte am einjährigen Holz. Dies bedeutet, daß eine Verkahlung der Triebe einsetzt, wenn nicht jährlich durch energischen Rückschnitt der Leit- und Triebknospen erfolgt. Beste Schnittzeit dafür Februar-März, nach der Kälteperiode.
d)  Überwachungs-, Auslichtungs-, Verjüngungsschnitt: ist jährlich angebracht. Die überflüssigen, zu dicht stehenden Triebe sind schon im Juni-August oder Dezember-März, ohne Frosttemperaturen, zu entfernen.
Große Schnittstellen müssen mit Wundwachs oder ähnlichen behandelt werden. Dieses Wundwachs bekommen Sie natürlich auch in der Baumschule Boysen. Hier können sie dann auch nochmal erfragen, ob Sie alles richtig gemacht haben.

Bodenpflege: Es gibt dafür kein einheitliches Rezept. Dazu folgende Möglichkeiten:
a)  Bodenpflege durch Lockerung, Durchlüftung; darf nur 10-15cm der Bodenschicht berühren, sonst entstehen Wurzelschäden.
b)  Abdecken mit Mulchmaterial (Stroh, Torf, Gras, Rindenmulch)
c)  Gründüngung mit Raps, Senf u.a.
d)  Graswuchs
 
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Wissenswertes über Süßkirschen
Allgemeines und Geschichtliches: Die Ausgrabung bei den Pfahlbauten am Bodensee haben bewiesen, daß bereits 4000 bis 3000 Jahren vor unserer Zeitrechnung Kirschenfrüchte für menschliche Ernährung vorhanden waren.
Es setzt sich der Beweis über die Verbreitung von Kirschensorten über die Griechen und Römer fort. 300 v. Chr. beschreibt der Grieche Teophrast die Süßkirsche 'Cerasus'. 74 v. Chr. bringt der Römer Lukullus die Kirsche nach Rom mit. Im 16. Jahrhundert bestand z.B. schon in Italien eine Sortenliste, bestehend aus 15 Sorten. Die Literarur trennt dann die Kirschensorten um 1700 n. Chr. schon in Süß- und Sauerkirschen. Zwischen 1755 und 1826 enstand dann das erste Standardwerk über Kirschensorten durch den Freiherrn Chr. Truchsess. Er beschreibt bereits 441 Herkünfte. Im 19. Jahrhundert erschien dann im illustrierten Handbuch für Obstkunde die Beschreibung von 147 Kirschensorten. Daraus haben sich nun die Sortenbereinigungen bis zum heutigen Tag vollzogen.
Allgemeine Bedeutung: Die Weltproduktion beträgt zur Zeit ca. 1,6 Mill. Tonnen. Davon entfallen 80 % auf Europa. An der Spitze der Erzeugerländer stehen BRD, Italien und die USA.
Neben den Beständen von Süß- und Sauerkirschen in Hausgärten besteht der Plantagenanbau in etwa zu gleichen Teilen. Süßkirschen werden für genau das gleiche verwendet wie Sauerkirschen.
Befruchtungsverhältnis: Alle Süßkirschen sind ausgesprochen aelbstunfruchtbar (selbststeril), also auf Fremdbefruchtung angewiesen. Sie sind deshalb auf die Bestäubung durch sortenfremde Blütenpollen angewiesen. Die Übertragung der Fremdpollen von anderen Kirschsorten erfolgt durch Bienen, Insekten und Wind. Ein Vorteil ist dabei, daß viele alte Kirschensorten gute Pollenspender sind.
Bodenansprüche: Kirschen gedeihen auf fast allen Böden. Sie sind für einen höheren Lehmanteil dankbar. Vertragen aber keine Staunässe. Sogar extreme Bodenarten sind brauchbar. Eine alte Weisheit sagt, daß überall dort Süßkirschen gedeihen, wo die Heckenrosen blühen und gedeihen.
  Extreme Sandböden und allerschwerste Tonböden sind ungeeignet. Die Bodentiefgründigkeit reicht von 60-80cm (Flachwurzler). Der Kalkvorrat des Bodens spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtig dagegen sind alle Grundnährstoffe (Stickstoff, Phosphorsäure, Kali, Magnesium, Kalzium, Schwefel) und die Mikronährstoffe (Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor).
  Dazu ist die Bodenreaktion wichtig. Süßkirschen wollen einen pH-Wert von 5,3-7,5; sie haben also eine breite Anpassung an den Boden.
Klima - Standort:  Die Blüten sind hochempfindlich gegen Spätfröste. Tiefe  Wintertemperaturen, unter -25 Gard, führen zu Holzfrostschäden. Durch die Märzensonne können dann auch Stammrisse entstehen. Das Stammkalken ist daher sehr hilfreich.
  Warmes, ausgeglichenes Klima wird bevorzugt. Die Anbaubreite wird durch sehr hohe Sommertemperaturen im Süden und extreme Wintertemperaturen im Norden begrenzt. Tal- oder auch Höhenlagen sind geeignet. Jahresniederschlagsmengen von 450-1100 mm zeigen, daß große Anpassungsfähigkeit besteht. Auch hier haben wir trotzdem nur Sorten genommen, von denen wir wissen, das diese unsere Böden und Wetterbedingungen gut abkönnen.
Wasserbedarf: Dieser ist mäßig. Der Boden muß noch genügend Feuchtigkeit haben. Stauende Nässe oder sehr wechselvolle Standorte verursachen mit Sicherheit das Absterben der Bäume. Zuviel Wasser kann auch die Ursache für den Gummifluß sein.
Düngung: Soweit der Boden nährstoffreich ist, drückt sich dies im Holzwuchs und auch im Blatt und in den Früchten aus.
 Mangelerscheinungen können durch Bodenuntersuchungen festgestellt werden. Bodenuntersuchungsstellen sind häufig den Pflanzenschutzämtern angeschlossen, die auch Auskunft über weitere Adressen geben können. Ein Düngevorschlag mit dem Untersuchungsergebnis wird gegeben. Sehen sie dazu auch Wissenswertes über Apfelbäume.
  Die mineralischen oder organischen Düngungen sind dann neben der Bodenpflege für die Nährstoffversorgung wichtig.
Sortenauswahl: Die unübersehbare Zahl von Kirschensorten ist überwiegend durch Zufallssämlinge entstanden. In neuerer Zeit erfolgen Züchtungen durch Kreuzungen.
Bei der Reifezeit spricht man von einer Wochenperiode:
1.  Kirschenwoche   1.-15. Mai
2.  Kirschenwoche 15.-31. Mai
3.  Kirschenwoche   1.-15. Juni
4.  Kirschenwoche 15.-30. Juni
5.  Kirschenwoche   1.-15. Juli
6.  Kirschenwoche 15.-31. Juli
Die tatsächlichen Reifetermine sind vor allem abhängig vom Klima, der Witterung, dem Standort und der Bodenstruktur.
Schnittpflege: Kann man auch die Schnittpflege der Sauerkirschen nehmen.
Sie können das ganze Jahre      unsere Obstbäume pflanzen, denn diese werden schon als
 junge Veredlungen im 5 Liter Container gezogen.
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Die mit # bezeichneten Sorten vermehren wir nicht selber,
da Sortenschutz besteht.
 
 
 

Die mit * bezeichneten Sorten erhalten Sie zur Zeit nur als 1. jährige Veredlungen

Die mit ** bezeichneten Sorten erhalten Sie ab September als junge Veredlungen
 
 
 

Haben Sie noch andere alte Sorten?
  Wir suchen noch welche.