Wissenswertes über Pflaumen (Zwetsche, Mirabelle, Reneklode)

Allgemeines und Geschichtliches: Diese von allen Obstsorten am unempfindlichsten ist in Europa seit altersher besonders in den Balkanländern, aber auch in Österreich, der Schweiz und Deutschland stark verbreitet. Die Entwicklung der heutigen Sorten ist auf die Hauspflaume zurückzuführen. Die Welterzeugung von ca. 4,3 Mio. t jährlich wird zu 40 % von den europäischen Ländern aufgebracht.

 

 

 

 

Standort-, Boden-, Klimaansprüche: Für alle Pflaumenarten besteht eine große Anbaubreite. Die Anpassung an die Standort, Boden und Klimabedingungen ist bemerkenswert.
Pflanzabstände, Pflanzung, Baumformen: Pflaumen sollten als Hochstamm einen Abstand von 6 bis 9 Meter gerne haben. Busch- und Halbstamm hingegen brauchen nur 4 bis 6 Meter. Als Hilfsmittel sollte ein Pfahl mit Baumbinder und Drahthose gegen Wildverbiß genutzt werden.
Die Pflanzgrube sollte nicht tiefer als 60cm sein. Pflanzloch 1 bis 1,5 m, im Quadrat oder im Durchmesser. Bodenverbesserung mit Dünger oder sogar Bodenaustausch kann notwendig sein. Komposterde, Mist, Naturdünger oder Handelsdünger sind als Vorratsdünger geeignet.
Düngung: Auch hier führt mangelhafte Ernährung zu Krankheiten und hat eine schlechte Fruchtbarkeit zur Folge. Die Hauptnährstoffe müssen ausgewogen vorhanden sein.
Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Kalk. Die Nährstoffe können durch einen Volldünger gegeben werden. Dezember bis Februar 50 - 100 g/m². Die Spurenelemente Eisen, Mangan, Kupfer, Bor, Zink sind unentbehrlich und bei Mangel beizugeben. Spurenelementemangel ist am Trieb, am Blatt, an der Frucht feststellbar. Hier empfiehlt sich, den Pflanzenschutzberater der Pflanzenschutzämter in Anspruch zu nehmen.
Der organische Dünger (Stallmist und Komposterde) ist von besonders hohem Wert. Er enthält alle Hauptnährstoffe. Die Komposterde bedarf der Beigabe von organischem Dünger, wie Hornmehl, Guano, Blutmehl oder Kutomin (getrockneter Kuhmist). Unterkulturen sind in den ersten Jahren nach der Pflanzung vertretbar. Graseinsaat hat Vor- und Nachteile.
Befruchtungsverhältnisse: Sie sind nicht einheitlich. Es gibt hochgradig selbstfruchtbare und selbstunfruchtbare Sorten. Dazu kommen noch Übergangsformen. Bei der Sortenbeschreibung ist darauf hingewiesen. Geschlossene Pflanzungen mit Befruchtersorten sind zu empfehlen. Auf keinen Fall gehört Steinobst unter das Kernobst.
Schnittpflege: Die einzelnen Schneidearbeiten gliedern sich in:
a) Formschnitt: Dieser wird in unserer Baumschule bestimmt; ob die Pflanze jetzt Hochstamm, Halbstamm oder Buschbaum wird.
b) Pflanzschnitt: Mitteltrieb und 3-5 Seitentriebe werden um zwei Drittel eingekürzt, der Konkurrenztrieb wird entfernt.
c) Erziehungsschnitt: Zeitpunkt frostfreies Wetter (November-Februar). Die Dauer des Erziehungsschnittes ist verschieden. Er muß so viele Jahre (oft 5-7 Jahre) durchgeführt werden, bis die Krone den Ertrag bringt; der die Regel ist. Das Grundgerüst besteht aus dem Mitteltrieb und 3-5 Seitenästen in der Etage, Etagenabstand 0,5-0,8m.
d) Auslichtungsschnitt: Zeitpunkt frostfreies Wetter (Nov.-Feb.) und stärkere Schnittmaßnahmen Juni-Juli. Vernachlässigter Kronenaufbau wird dadurch bereinigt. Die Auflockerung der Krone mit Beseitigung überflüssiger Äste ist inbegriffen. Dabei ist die Nachbehandlung der dadurch auftretenden Jungtriebe (Wassersprosse) wichtig.
e) Verjüngungsschnitt: Zeitpunkt frostfreies Wetter (Nov.-Feb.). Er ist notwendig, wenn die Vergreisung des Baumes einsetzt und dadurch die Jungtriebbildung aufhört. Die Krone wird auf das 3-8jährige Holz zurückgesetzt. Wie jede Schnittmaßnahme muß auch diese gekonnt und beherrscht werden. Wir führen für Sie auch Ihre Schnittarbeiten durch. Sie können dadurch auch bei unserer Arbeit etwas für das nächste Mal lernen. Unsere Mitarbeiter stehen gerne für Rat und Tat zur Verfügung.
f) Fruchtholzschnitt: Termin frostfreies Wetter November bis Februar und Juni bis Juli. Der Fruchtholzschnitt hat die Aufgabe, eine rasche Blütenbildung zu erzielen. Es bilden sich dadurch Fruchtknsopen, Fruchtspieße, Fruchtruten, Fruchtbuketts, Kurztriebe. Dazu kann noch auf das bogenförmige Binden von Fruchtzweigen im Mai bis Juli hingewiesen werden. Durch den Saftstau bildet sich Fruchtholz.
Ernte: Hier ist die Reifezeit zu beachten. Eine Frühernte mit Nachreife ist nicht möglich. Die Schüttelernte ist gut anwendbar neben der üblichen Pflückarbeit von Hand für den Frischverzehr.

 

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