Wissenswertes über Süßkirschen

Allgemeines und Geschichtliches: Die Ausgrabung bei den Pfahlbauten am Bodensee haben bewiesen, daß bereits 4000 bis 3000 Jahren vor unserer Zeitrechnung Kirschenfrüchte für menschliche Ernährung vorhanden waren.
Es setzt sich der Beweis über die Verbreitung von Kirschensorten über die Griechen und Römer fort. 300 v. Chr. beschreibt der Grieche Teophrast die Süßkirsche 'Cerasus'. 74 v. Chr. bringt der Römer Lukullus die Kirsche nach Rom mit.

 

 

 

 

Im 16. Jahrhundert bestand z.B. schon in Italien eine Sortenliste, bestehend aus 15 Sorten. Die Literarur trennt dann die Kirschensorten um 1700 n. Chr. schon in Süß- und Sauerkirschen. Zwischen 1755 und 1826 enstand dann das erste Standardwerk über Kirschensorten durch den Freiherrn Chr. Truchsess. Er beschreibt bereits 441 Herkünfte. Im 19. Jahrhundert erschien dann im illustrierten Handbuch für Obstkunde die Beschreibung von 147 Kirschensorten. Daraus haben sich nun die Sortenbereinigungen bis zum heutigen Tag vollzogen.
Allgemeine Bedeutung: Die Weltproduktion beträgt zur Zeit ca. 1,6 Mill. Tonnen. Davon entfallen 80 % auf Europa. An der Spitze der Erzeugerländer stehen BRD, Italien und die USA.
Neben den Beständen von Süß- und Sauerkirschen in Hausgärten besteht der Plantagenanbau in etwa zu gleichen Teilen. Süßkirschen werden für genau das gleiche verwendet wie Sauerkirschen.
Befruchtungsverhältnis: Alle Süßkirschen sind ausgesprochen aelbstunfruchtbar (selbststeril), also auf Fremdbefruchtung angewiesen. Sie sind deshalb auf die Bestäubung durch sortenfremde Blütenpollen angewiesen. Die Übertragung der Fremdpollen von anderen Kirschsorten erfolgt durch Bienen, Insekten und Wind. Ein Vorteil ist dabei, daß viele alte Kirschensorten gute Pollenspender sind.
Bodenansprüche: Kirschen gedeihen auf fast allen Böden. Sie sind für einen höheren Lehmanteil dankbar. Vertragen aber keine Staunässe. Sogar extreme Bodenarten sind brauchbar. Eine alte Weisheit sagt, daß überall dort Süßkirschen gedeihen, wo die Heckenrosen blühen und gedeihen.
Extreme Sandböden und allerschwerste Tonböden sind ungeeignet. Die Bodentiefgründigkeit reicht von 60-80cm (Flachwurzler). Der Kalkvorrat des Bodens spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtig dagegen sind alle Grundnährstoffe (Stickstoff, Phosphorsäure, Kali, Magnesium, Kalzium, Schwefel) und die Mikronährstoffe (Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor).
Dazu ist die Bodenreaktion wichtig. Süßkirschen wollen einen pH-Wert von 5,3-7,5; sie haben also eine breite Anpassung an den Boden.
Klima - Standort: Die Blüten sind hochempfindlich gegen Spätfröste. Tiefe Wintertemperaturen, unter -25 Gard, führen zu Holzfrostschäden. Durch die Märzensonne können dann auch Stammrisse entstehen. Das Stammkalken ist daher sehr hilfreich.
Warmes, ausgeglichenes Klima wird bevorzugt. Die Anbaubreite wird durch sehr hohe Sommertemperaturen im Süden und extreme Wintertemperaturen im Norden begrenzt. Tal- oder auch Höhenlagen sind geeignet. Jahresniederschlagsmengen von 450-1100 mm zeigen, daß große Anpassungsfähigkeit besteht. Auch hier haben wir trotzdem nur Sorten genommen, von denen wir wissen, das diese unsere Böden und Wetterbedingungen gut abkönnen.
Wasserbedarf: Dieser ist mäßig. Der Boden muß noch genügend Feuchtigkeit haben. Stauende Nässe oder sehr wechselvolle Standorte verursachen mit Sicherheit das Absterben der Bäume. Zuviel Wasser kann auch die Ursache für den Gummifluß sein.
Düngung: Soweit der Boden nährstoffreich ist, drückt sich dies im Holzwuchs und auch im Blatt und in den Früchten aus.
Mangelerscheinungen können durch Bodenuntersuchungen festgestellt werden. Bodenuntersuchungsstellen sind häufig den Pflanzenschutzämtern angeschlossen, die auch Auskunft über weitere Adressen geben können. Ein Düngevorschlag mit dem Untersuchungsergebnis wird gegeben. Sehen sie dazu auch Wissenswertes über Apfelbäume.
Die mineralischen oder organischen Düngungen sind dann neben der Bodenpflege für die Nährstoffversorgung wichtig.
Sortenauswahl: Die unübersehbare Zahl von Kirschensorten ist überwiegend durch Zufallssämlinge entstanden. In neuerer Zeit erfolgen Züchtungen durch Kreuzungen.
Bei der Reifezeit spricht man von einer Wochenperiode:
1. Kirschenwoche 1.-15. Mai
2. Kirschenwoche 15.-31. Mai
3. Kirschenwoche 1.-15. Juni
4. Kirschenwoche 15.-30. Juni
5. Kirschenwoche 1.-15. Juli
6. Kirschenwoche 15.-31. Juli
Die tatsächlichen Reifetermine sind vor allem abhängig vom Klima, der Witterung, dem Standort und der Bodenstruktur.
Schnittpflege: Kann man auch die Schnittpflege der Sauerkirschen nehmen.
Sie können das ganze Jahre unsere Obstbäume pflanzen, denn diese werden schon als junge Veredlungen im 5 Liter Container gezogen.

 

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